
Pörtschach Passagen
Beschreibung
Dichtung schwingt stets zwischen den Polen Liebe und Tod.
Wer die Gedichte von Matthias Buth liest, wird mitgenommen von einer Lyrik, die zum Daseinsgrund hinführt. Am Wörthersee schrieb Johannes Brahms seine bukolische zweite Symphonie und war seiner fernen geliebten Clara Schumann nahe. In diesem See blieb die Geliebte des Dichters, in Pörtschach, dem zärtlichsten Ort von Kärnten. Die Gedichte lassen seine Frau weiterleben, sie bleibt in seinem täglichen Kosmos. Die Texte spüren dem nach. Liebesgedichte sind es, die weiteratmen lassen in drei Abteilungen. Welthaltig ist diese Lyrik von großer poetischer Wärme und Präzision. Buth ist ein Meister der sprachlichen Reduktion, ein Dichter und lyrischer Sänger von Rang.
Die Pörtschach Passagen sind Dichtung, die bleibt und erkennen läßt: Die Toten bleiben im Leben.
Stimmen über Pörtschach Passagen und Matthias Buth:
Matthias Buths Stimme ist – wie immer – still, konzentriert, verbindet auf unverwechselbare Weise Seelenklänge, Naturerleben, aber auch die Alltagsgegenwart. Das beste Gedicht findet sich gleich auf dem Titel des Buches, das zweitbeste heißt „Nach Mitternacht“ – es steht auf Seite 41. LINK
– Stefan Seitz, Wuppertaler Rundschau
Doch schenkt die Weite von Matthias Buths sehr persönlichen, tief die Seele der Welt und seine eigenen Gefühle auslotenden Versen dem Leser einen Schatz an unerhört klugen Gedankenfolgen, weisen Fingerzeigen, Alltagsbeobachtungen und Momentaufnahmen, die sich sehr schnell als gehaltvolle Nahrung für Geist und Seele erweisen. Liebe und Verlust, Tod und Krieg, das pralle Leben und die Natur um uns herum und schließlich der Glaube ans Göttliche sind Matthias Buths Themen, die er in wunderschöne Worte voller Poesie, aber auch von Fall zu Fall in nüchternen Realismus kleidet.
Da spürt man beim Lesen die aufspringenden Ketten des Eisernen Heinrich in der Brust, fühlt den Fall des Drucks der eigenen Klammern und wird durch die papiernen Worte die den Horizont öffnen frei. Man lernt Wehmut und Trauer kennen, die Größe der Liebe, ist ergriffen vom unendlich tiefen Schmerz des Dichters über den Verlust seines Lebensmenschen.
Aber auch die Fehler jener die uns regieren weden präsentiert, während in Europa ein mörderischer Krieg Tod und Elend bringt - und gelegentlich werden wir mit plötzlichen, ganz kleinen Bildern aber großen Erkenntnissen mit einem Schmunzeln überrascht.
[…]
Die Lektüre dieses seelenvollen, zutiefst menschlichen Buches ist so schmerzlich wie reich und wertvoll. Von den Musenblättern sehr empfohlen. LINK
– Frank Becker, Musenblätter
So schreibt Matthias Buth vom Fortgehen und Verschwinden, vom Schlaf, der kommen wird, aber auch von der Energie der Elemente, die uns atmend hält: „Wir tauchen tief ins weiße Wasser / Das alles nimmt und doch niemals uns verlässt“. Seine Verse – mal im Reimschema, mal im sprachlichen Fluss–sind oft komplex, Bedeutungen offenbaren sich nicht auf den ersten Blick oder vielmehr beim ersten Lesen, zumal der Autor vollständig auf Satzzeichen verzichtet. […] Buth setzt […] bewusst auf diese Struktur; er verlange damit vom Leser,„ eine Art zweiter Autor zu sein und sich die Zusammenhänge zu erschließen“. Doch zwischendurch braucht auch die Trauer auf den 90 Seiten eine Auszeit, in der der 74-Jährige seine Liebe zu Komponisten wie Chopin, Bach, Beethoven und Liszt erkennen lässt, dem abendlichen Rasenmähen ein Gedicht widmet oder überraschend moderne Errungenschaften wie den Chatroom und den Flixbus einfließen lässt. Und dann, dann besucht er den Friedhof. Findet selbst dort Inspiration für seine Poesie:„Die Gräber siedeln unter der Haut / Sind Gedichte die keine Verse brauchen“. Sodass diejenigen, die wir vermissen und dennoch bei uns bleiben, weiterleben können „in erdigen Tagen“.
–Martin Gehr, Westdeutsche Zeitung
Die Klage über das unwiderruflich Verlorene hat die Dichtung zu ihren vielleicht schönsten Blüten angestiftet. […] Matthias Buth trauert um den Verlust seiner Frau, und er tut das, mit vollem Recht, weil alle großen Gefühle zur großen Geste neigen, in einer ausgreifenden, pathetischen Bildlichkeit, die sich nicht scheut, in den Himmel zu greifen […] Wer die Gedichte von Matthias Buth kennt, wird auf vertraute Motive und Themen treffen. Musik ist das Lebenselixier; Bücher und Kunst nicht weniger. […] Die Pörtschach Passagen sind eine Reise ans Ende der Nacht und in die Einsamkeit der Sterbenden. Sie führen in hymnisch helle Bewahrung und Bewährung des Andenkens. In die Bewältigung eines Alltags, der überall von Spuren der Abwesenheit geprägt ist. LINK
– Jürgen Brôcan, Signaturen
Weitere Informationen
Autor: Matthias Buth
Zusätzliche Produktinformationen
- Seiten:
- 90
- Einband:
- Hardcover
- Maße:
- 14 x 21 cm
- Sprache:
- Deutsch
- Erschienen:
- Oktober 2025
- ISBN:
- 978-3-96258-228-9